Stegplatten als Seitenwand montieren
Eine Seitenfläche aus Doppelstegplatten wird anders geplant und montiert als eine Dachfläche: Die Platten stehen senkrecht, der Wind trifft direkt auf die Fläche und Kondensat muss nach unten aus den Kammern ablaufen können.
Wie Sie mit Rand-, Verbindungs- und U-Abschlussprofilen aus Stegplatten stabile sowie langlebige Seitenflächen und Wände konstruieren, erfahren Sie im Anschluss.

14.1 Profile und Anschlüsse bei Seitenteilen
Eine Seitenfläche aus Stegplatten sitzt in einem Rahmen aus Aluminiumprofien. Drei Profilarten finden Verwendung: Randprofile an den Außenkanten, Verbindungsprofile zwischen den Plattenbahnen und U-Abschlussprofile an den oberen und unteren Stirnseiten. Wenn die Zuordnung stimmt, ist der Grundaufbau geklärt.

Drei Profilarten und ihre Position
Bei einer beispielhaften Wand mit drei 980 mm Plattenbahnen benötigen Sie zwei Randprofile, zwei Verbindungsprofile und sechs U-Abschlussprofile.
Hinweis: Schließt die Fläche an eine Hauswand an, kann hier das Rand- durch ein Wandanschlussprofil ersetzt werden. Die Abdichtung erfolgt dann mit einer geeigneten Anschlussfuge aus Silikon.
2-teiliges Klemmprofil-System
Rand- und Verbindungsprofile funktionieren nach dem Klemmprinzip. Zuerst wird das Profilunterteil auf die Unterkonstruktion geschraubt. Dann legen Sie die Stegplatte ein. Zuletzt stecken Sie das Profiloberteil auf und verschrauben dieses mit der Unterkonstruktion. Jetzt ist die Platte sicher eingeklemmt. Um die Schraubenköpfe zu verdecken, klipsen Sie optional den Klemmdeckel auf. Bei anspruchsvollen Konstruktionen lohnt sich die Investition.
Wichtig: Die Platte darf nicht starr eingeklemmt werden, sie braucht auch bei Seitenflächen etwas Bewegungsspiel für die thermische Ausdehnung.
Profilabschlusswinkel als Abrutschsicherung
Am unteren Ende der senkrechten Rand- und Verbindungsprofile kann ein Profilabschlusswinkel sinnvoll sein. Der sogenannte Bremswinkel verhindert, dass die Stegplatte im Lauf der Zeit nach unten aus dem Profil wandert. Der Einsatz ist besonders bei höheren Seitenwänden ratsam, weil Eigengewicht, Temperaturbewegung und Wind auf die Platte wirken.
14.2 Stirnseitenabschluss: Oben dicht, unten diffusionsoffen
Beim Seitenteil gilt dieselbe Grundregel wie beim Dach: Die obere Stirnseite wird dicht , die untere diffusionsoffen verschlossen. So bleibt Wasser von oben draußen und Kondensat kann unten aus den Kammern entweichen.
Obere Stirnseite dicht
Die obere Plattenkante wird nach dem Zuschnitt entgratet, gereinigt und mit Alu-Klebeband geschlossen. Es hält Regenwasser, Tiere, Staub und Pflanzenmaterial aus den Kammern fern. Das U-Abschlussprofil schützt das Band zusätzlich vor mechanischer Beschädigung und direkter UV-Einstrahlung.
Untere Stirnseite diffusionsoffen
Die untere, ebenfalls entgratete Plattenkante wird mit Anti-Dust-Tape geschützt. Es wehrt Schmutz und Insekten ab, lässt aber Feuchtigkeit entweichen. Anschließend wird ein U-Abschlussprofil mit Ablauflöchern aufgesteckt, damit Kondensat aus dem Profil ablaufen kann
Wichtig: Das untere U-Abschlussprofil braucht zwingend Ablauflöcher. Sonst bildet sich Staunässe in den Kammern.
14.3 Besonderheiten bei vertikaler Montage
Bei Seitenteilen gelten andere Bedingungen als bei Dachflächen. Auf drei Punkte gilt es besonders zu achten.
Stege senkrecht verlegen
Die Stege müssen bei einer Wand senkrecht verlaufen. Nur dann kann Kondensat in den Kammern nach unten ablaufen. Werden Stegplatten quer eingebaut, bleibt Feuchtigkeit in den Kammern stehen. Folge: Schmutzspuren, Algenbildung und Eintrübungen.
Merke: Die Plattenlänge entspricht bei einer Seitenwand der Höhe. Die Plattenbreite bestimmt die Breite der einzelnen Plattenbahn zwischen den Profilen.

Windbelastung berücksichtigen
Eine Wand ist Wind stark ausgesetzt – er drückt direkt auf die Platte und kann zugleich Sogkräfte erzeugen. Deshalb müssen Pfosten, Profile und Befestigung zur Einbausituation passen.
Besondere Aufmerksamkeit brauchen freistehende Wände, große Flächen und wetterseitige Lagen. Dort können engere Befestigungsabstände, zusätzliche Pfosten oder Aussteifungen erforderlich sein. Bei exponierten, großflächigen Seitenteilen über 6 m² sollte die Konstruktion vor der Bestellung statisch geprüft werden.
Anschluss oben, seitlich und unten sichern
Eine Wand benötigt tragfähige Anschlüsse in drei Richtungen: oben am Querbalken oder Dachanschluss, seitlich an Pfosten oder Hauswand und unten an Sockel, Bodenanschluss oder unterem Querträger.
Werden Seitenflächen unten nur aufgestellt und nicht ausreichend geführt oder befestigt, können sie sich bei Wind bewegen. Deshalb muss auch der untere Anschluss konstruktiv mitgedacht werden.
14.4 Seitenflächen in 4 Schritten montieren
Die Montage einer Stegplattenwand strukturiert sich in vier Schritte.
1. Unterkonstruktion prüfen
Bevor Profile angesetzt werden, sichten Sie Pfosten, Querbalken und den unteren Anschluss. Stehen die Pfosten senkrecht? Sind Querbalken und Sockel sauber ausgerichtet? Passt der Abstand zwischen den Pfosten zur Plattenbreite und zum Profilsystem?
Bei freistehenden Seitenteilen gilt es zusätzlich zu prüfen, ob die Konstruktion ausreichend ausgesteift ist. Da Wind direkt auf die Fläche trifft, müssen Pfosten, Anschlüsse und Befestigungspunkte tragfähig ausgeführt sein.
2. Profile montieren
Zuerst werden die Unterteile der Rand- und Verbindungsprofile auf den Pfosten verschraubt. Randprofile sitzen an den Außenkanten, Verbindungsprofile zwischen zwei Plattenbahnen. Die Profile gerade ausrichten und sauber auf der Unterkonstruktion auflegen.
Am unteren Ende der senkrechten Profile kann optional ein Profilabschlusswinkel montiert werden. Er verhindert, dass die Platte mit der Zeit nach unten aus dem Profil wandert.
3. Stegplatten vorbereiten
Schneiden Sie die Platten bei Bedarf auf Maß, entgraten Sie die Kanten und entfernen Sie Späne aus den Kammern. Die Schutzfolie möglichst spät entfernen. Nur an den Plattenrändern so weit lösen, dass Alu-Klebeband, Anti-Dust-Tape und U-Abschlussprofile sauber angebracht werden können.
Die obere Stirnseite wird mit Alu-Klebeband geschlossen und anschließend mit einem U-Abschlussprofil geschützt. Die untere Stirnseite wird mit Anti-Dust-Tape versehen und mit einem U-Abschlussprofil mit Ablauflöchern abgeschlossen.
4. Platten einsetzen, Profile schließen
Setzen Sie die vorbereiteten Platten in die Profilunterteile ein. Die Stege müssen senkrecht verlaufen, die UV-Seite zeigt nach außen.
Wenn die Platten sitzen und ausgerichtet sind, werden die Profiloberteile aufgesetzt und verschraubt. Die Schrauben nur handfest anziehen, damit die Platten nicht starr fixiert werden, sondern etwas Bewegungsspiel behalten. Heißt: Die Dichtscheiben nicht quetschen.
Zum Schluss können optional Klemmdeckel aufgesetzt werden.
14.5 Typische Probleme bei Seitenteilen
14.6 Pflege und Wartung
Die Pflege und Wartung von Seitenflächen lässt sich einfach durchführen. Sie sollte regelmäßig erfolgen.
- Sichtkontrolle im Frühjahr: Prüfen, ob Schrauben lose, U-Abschlussprofile fest aufgesteckt und Ablauflöcher unten frei sind. Auch den Sitz der Klemmdeckel überprüfen.
- Reinigung mit klarem Wasser und weichem Schwamm vornehmen. Kein Aceton, kein Verdünner und keine scheuernden Mittel verwenden, da sie die UV-Schutzschicht angreifen können.
- Kratzer: Oberlächliche Kratzer sind kosmetisch. Tiefe Kratzer können die UV-Schutzschicht beeinträchtigen. Bei Bedarf die Platte ersetzen; nicht polieren.
- Wetter-Check: Nach einem Sturm, ausgiebigen Regentief oder längerem Frost prüfen, ob die Versiegelungen mit Alu-Klebeband und Anti-Dust-Tape intakt sind, alle Ablauflöcher frei sind und die Klemmdeckel noch fest sitzen.
Vertiefende Hinweise finden Sie im Kapitel zur Reinigung und Pflege.
14.7 Checkliste herunterladen
Laden Sie die Praxis-Checkliste zur Montage von Stegplatten-Seitenflächen als PDF herunter. Sie fasst Profilwahl, Stirnseitenabschluss, Ablauflöcher, Montagefolge und typische Fehler kompakt zusammen.
Praxis-Checkliste herunterladen
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