Doppelstegplatten Ratgeber - Kapitel 2

Polycarbonat vs Acryl Stegplatten: Materialvergleich für Stegplatten (PC/PMMA)

Ob Terrassenüberdachung, Carport, Pergola oder Gewächshaus: Bei Stegplatten (Mehrstegplatten / Hohlkammerplatten) fällt die Materialwahl meist zwischen Polycarbonat (PC Stegplatte) und Acrylglas (PMMA Stegplatte).

Beide Werkstoffe sind leicht, witterungsgeeignet und als lichtdurchlässige Bedachung beliebt. Sie unterscheiden sich aber deutlich bei:

  • Schlagzähigkeit/Hagelbeständigkeit
  • Kratzfestigkeit
  • UV-Schutz
  • Temperaturverhalten/Wärmeausdehnung
  • chemischer Beständigkeit

Wichtig vorab: Kennwerte hängen stark von Plattenaufbau (z. B. 2-/3-/5-/7-fach, X-Strukturen), Plattenstärke und möglichen Oberflächenbeschichtungen ab. Nutze Angaben daher als Richtwerte – und prüfe für dein konkretes Produkt immer das technische Datenblatt.

Kurzfazit: Polycarbonat vs Acryl Stegplatten (für Eilige)

  • Wenn Hagel/Schlagzähigkeit Priorität hat: meist Polycarbonat Stegplatten.
  • Wenn Kratzfestigkeit und optische Brillanz im Vordergrund stehen: oft Acryl Stegplatten (PMMA).
  • Wenn UV/Alterung ein Thema ist: Beide können UV-geschützt sein – bei PC ist eine UV-Schutzschicht besonders wichtig; bei PMMA ist die Witterungsbeständigkeit oft sehr gut, dennoch immer Datenblatt/UV-Seite beachten.
  • Wenn Chemikalien (Reiniger, Dichtstoffe, Sprays) nicht auszuschließen sind: besonders sorgfältig prüfen – PC reagiert in vielen Beständigkeitslisten empfindlicher; PMMA ist ebenfalls nicht „chemiefest“.

Wenn … dann …: Entscheidungstabelle (PC Stegplatte vs PMMA Stegplatte)

Entscheidungshilfe: Polycarbonat vs Acryl Stegplatten
Wenn dein Projekt … Dann tendenziell … Begründung (kurz)
hohe Hagel- oder Schlagbeanspruchung abkönnen muss (z. B. Carport, exponiertes Terrassendach) Polycarbonat (PC Stegplatte) sehr hohe Schlagzähigkeit/Bruchsicherheit
möglichst kratzarm bleiben soll (z. B. Seitenteil/Wand, häufige Reinigung, Berührungen) Acryl (PMMA Stegplatte) höhere Oberflächenhärte, tendenziell weniger kratzempfindlich
maximale Transparenz/Optik wichtig ist (glasklar, „glasähnlich“) Acryl (PMMA) sehr hohe Lichtdurchlässigkeit bei klarem Material
thermisch stark belastet werden kann (dunkle Tönung, starke Sonne, wenig Hinterlüftung) eher Polycarbonat höhere zulässige Dauergebrauchstemperatur (je Datenblatt)
Kontakt mit kritischen Stoffen möglich ist (Lösungsmittel, Sprays, Weichmacher aus Folien) Verträglichkeitstest + Beständigkeitsliste beide Kunststoffe können angegriffen werden; PC ist oft sensibler (Spannungsrisse)

Entscheidungsbaum: Polycarbonat oder Acryl (PMMA)?

Wenn du schnell entscheiden möchtest, hilft dieser Entscheidungsbaum. Er fasst die wichtigsten Kriterien (Hagel, Kratzer, UV, Licht, Wärmeausdehnung, Chemie) in einer klaren Reihenfolge zusammen.

Entscheidungsbaum zur Wahl zwischen Polycarbonat und Acryl (PMMA) Stegplatten nach Kriterien wie Hagel, Kratzrisiko, UV, Chemie und Montage.
Entscheidungsbaum: Polycarbonat vs Acryl (PMMA) – schnelle Materialwahl nach Prioritäten.

Materialeigenschaften im Vergleich: PC Stegplatte vs PMMA Stegplatte

Die folgenden Angaben sind typische Richtwerte aus Werkstoffdatenblättern für PC und PMMA. Bei Mehrstegplatten beeinflussen zusätzlich Kammergeometrie, Stegabstand und Plattenstärke die Praxis (z. B. Steifigkeit, Wärmedämmung, Lichtstreuung).

Vergleichstabelle: Polycarbonat Stegplatten vs Acryl Stegplatten (Richtwerte)

Richtwerte aus Datenblättern: PC vs PMMA Stegplatten
Kriterium Polycarbonat (PC Stegplatten) Acrylglas (PMMA Stegplatten) Praxis-Bedeutung
Schlagzähigkeit / Hagelbeständigkeit sehr hoch (teilweise „kein Bruch“ in Standardprüfungen) deutlich niedriger als PC PC ist oft die robustere Wahl bei Hagel/Schlag
Lichtdurchlässigkeit (klar, massiv) ca. 86 % (Richtwert) ca. 92 % (bei 3 mm, Richtwert) PMMA wirkt oft „brillanter“; Mehrsteg-Geometrie reduziert jeweils den Wert
Wärmeausdehnung (linear) ca. 0,065 mm/m·K ca. 0,07–0,08 mm/m·K Dehnfugen und passende Befestigung sind Pflicht – bei PMMA meist etwas mehr Spiel
Wärmeleitfähigkeit ca. 0,20–0,21 W/m·K ca. 0,18–0,19 W/m·K Unterschiede klein; Dämmwirkung bei Stegplatten kommt primär vom Luftpolster/Mehrkammeraufbau
Dauergebrauchstemperatur (typisch) häufig um 115–125 °C (je Datenblatt) häufig um 70–90 °C (je Datenblatt) PC toleriert Hitze oft besser; bei dunklen Tönungen relevant
Oberflächenhärte / Kratzfestigkeit tendenziell niedriger (kratzempfindlicher) tendenziell höher PMMA ist im Alltag oft pflegeleichter, wenn Berührungen/Kratzer ein Thema sind
UV/Witterung UV-Schutzschicht/UV-Stabilisierung wichtig (bei Außenanwendung) oft sehr gute Witterungsbeständigkeit UV-Seite beachten; bei PC ist falsche Montage besonders kritisch
Chemische Beständigkeit häufig eingeschränkt (v. a. Lösungsmittel/Weichmacher kritisch) ebenfalls eingeschränkt (v. a. Lösungsmittel kritisch) Dichtstoffe, Reiniger, Sprays immer auf Verträglichkeit prüfen

Schlag-/Hagelbeanspruchung: Schlagzähigkeit & Hagelbeständigkeit (Carport/Terrasse)

Polycarbonat gilt in technischen Datenblättern als sehr schlagzäh. In Materialdatenbanken wird die Kerbschlagzähigkeit häufig als „kein Bruch“ angegeben.

Das ist der Grund, warum PC-Stegelemente im Außenbereich oft als robustere Option bei Hagelbeständigkeit gelten.

Woran du „Hagelbeständigkeit“ in der Praxis festmachst

  • Material + Aufbau: Mehrkammerplatten verteilen punktuelle Lasten anders als massive Platten; dickere Platten und mehr Stege sind meist robuster.
  • Unterkonstruktion: Zu große Sparrenabstände erhöhen Durchbiegung – und damit das Risiko von Rissen oder Ausbrüchen.
  • Befestigung/Profil: Zu stramm geklemmt oder ohne Dehnspiel steigt die Spannung im Material (Schadensrisiko).

Acrylglas (PMMA) ist ebenfalls widerstandsfähig, aber in der Regel spröder als PC. Bei starkem Hagel oder punktuellen Schlägen (herabfallende Äste, Leiterstoß) ist das Risiko für Risse/Bruch tendenziell höher – besonders bei dünnen Platten und ungünstiger Unterkonstruktion.

Praxis-Tipp: Bei exponierten Lagen ist die Materialentscheidung nur ein Teil. Plattenstärke, Kammerstruktur und Sparrenabstände sind mindestens genauso wichtig wie „PC vs PMMA“.

Optik & Licht: Lichtdurchlässigkeit (glasklar vs. strukturierte Oberflächen)

Wenn du maximale Helligkeit und „glasähnliche“ Optik möchtest, spielt Lichtdurchlässigkeit eine große Rolle.

  • PMMA (Acrylglas): erreicht bei klaren Platten sehr hohe Lichtdurchlässigkeit (Richtwert um 92 % bei 3 mm).
  • PC (Polycarbonat): liegt bei klaren massiven Platten typischerweise etwas darunter (Richtwert um 86 %).

Merke: Glasklar wirkt oft heller und transparenter, kann aber stärker blenden. Diffusionsstarke (opal/strukturierte) Oberflächen verteilen Licht gleichmäßiger – besonders interessant fürs Gewächshaus.

Diagrammvergleich Lichtwirkung: glasklar mit gebündelten Lichtstrahlen und Hotspots versus diffusionsstark (opal/struktur) mit gestreutem, gleichmäßigem Licht; Hinweise zu Blendung und Nutzen im Gewächshaus.
Lichtwirkung im Vergleich: Glasklar erzeugt eher Hotspots, diffusionsstark verteilt Licht gleichmäßiger (weniger Blendung).

Bei Mehrstegplatten sinken die Werte in der Praxis zusätzlich, weil Stege/Kammern Licht streuen und reflektieren. Um Blendung zu reduzieren oder die Wärmebelastung zu senken, werden daher oft opal/weiß oder getönte Varianten genutzt.

In Gewächshäusern kann eine diffuse Oberfläche (z. B. „Eiskristall“-Struktur) helfen, Licht gleichmäßiger zu verteilen.

Farb- und Oberflächenwahl: Was Material und Farbe gemeinsam beeinflussen

  • Glasklar: maximale Sicht und Licht, aber auch mehr Blendung und „Sicht auf Schmutz“.
  • Opal/weiß: mehr Diffusion, weniger Blendung; subjektiv angenehmer, dafür geringere Durchsicht.
  • Bronze/anthrazit: tendenziell stärkere Abdunkelung; je nach Produkt kann auch Wärmeeintrag beeinflusst werden.
  • Struktur (z. B. „Eiskristall“): streut Licht, kaschiert Schmutz/kleine Kratzer optisch etwas.

Kratzempfindlichkeit & Reinigung: Kratzfestigkeit richtig einschätzen

Viele Anwender unterschätzen, wie wichtig Kratzfestigkeit im Alltag ist. Auf dem Terrassendach sammelt sich Staub/Pollen, und beim Reinigen wirken harte Partikel wie Schleifmittel.

Seitenteile werden häufiger berührt (Gartenmöbel, Kinder, Haustiere). In Datenblättern wird PC häufig als kratzempfindlich beschrieben.

PMMA hat in Materialdatenbanken eine höhere Härte (Richtwert), weshalb es im direkten Vergleich oft als kratzfester wahrgenommen wird.

Fotovergleich: Kratzerwirkung glasklar vs opal

Beide Platten können Kratzer bekommen. In der Praxis fallen Spuren auf glasklaren Flächen durch Reflexionen häufig stärker auf, während opale Oberflächen die Wahrnehmung optisch etwas kaschieren.

Zwei nebeneinanderliegende Fotos: links glasklare Doppelstegplatte mit sichtbaren Kratzern, rechts opale Doppelstegplatte mit ähnlichen Kratzern, die weniger auffallen.
Kratzer und feiner Schmutz wirken auf glasklaren Stegplatten meist stärker sichtbar als auf opalen, diffusen Oberflächen.

Reinigung – unabhängig vom Material:

  • groben Schmutz mit viel Wasser anlösen (nicht trocken abreiben)
  • weiches Tuch/Schwamm, milde Seifenlösung
  • keine Scheuermittel, keine harten Bürsten

Reinigungsmittel & Hilfsmittel: was meist funktioniert – und was du meiden solltest

Geeignet (typisch, wenn Datenblatt nichts anderes sagt):

  • lauwarmes Wasser + mildes Spülmittel/Neutralseife
  • weiche Mikrofasertücher oder weiche Schwämme
  • sauberes Nachspülen, damit keine Rückstände antrocknen

Besser vermeiden:

  • Scheuermilch, abrasive Pads, harte Bürsten
  • lösemittelhaltige Reiniger (z. B. „Bremsenreiniger“, Aceton, Nitroverdünnung)
  • Reiniger mit ungeklärter Verträglichkeit (erst an unauffälliger Stelle testen)

Temperaturverhalten & Wärmeausdehnung (Einfluss auf Montage)

Sowohl PC als auch PMMA dehnen sich bei Wärme deutlich aus. Das ist einer der häufigsten Gründe für knackende Geräusche bei Temperaturwechsel, undichte Anschlüsse oder Spannungsrisse (vor allem, wenn zusätzlich Chemikalien im Spiel sind).

Richtwerte für die lineare Wärmeausdehnung:

  • PC: ca. 0,065 mm pro Meter und Kelvin
  • PMMA: ca. 0,07–0,08 mm pro Meter und Kelvin

Beispielrechnung: Platte 3,0 m lang, Temperaturdifferenz 40 K

  • PC: 3,0 × 0,065 × 40 ≈ 7,8 mm Längenänderung
  • PMMA: 3,0 × 0,08 × 40 ≈ 9,6 mm Längenänderung
Infografik zur Wärmeausdehnung: Richtwerte für Polycarbonat und Acryl (PMMA), Beispielrechnung der Längenänderung bei Temperaturwechsel sowie Hinweise zu Dehnfugen, Bohrlochspiel und Profilführung.
Beispiel: Längenänderung bei Temperaturwechsel (PC vs PMMA) – und was das für Dehnfugen, Bohrlochspiel und Profilführung bedeutet.

Praxis-Hinweis: Plane Bewegungszonen immer im Gesamtsystem (Platte + Profile + Befestigung). Zu strammes Klemmen oder zu viele Fixpunkte führen zu Spannung, Geräuschen und Undichtigkeiten.

Was das für die Montage bedeutet:

  • Dehnfugen an Profilen/Anschlüssen einplanen
  • Bohrungen (bei Verschraubung) nicht „press“ ausführen
  • Platten müssen im Profil „arbeiten“ können (Gleitpunkt statt Fixpunkt, je System)

Montage-Folgen: Fixpunkt, Gleitpunkt und Dehnspiel (kurz erklärt)

  • Fixpunkt: Eine Stelle, an der die Platte „gehalten“ wird (z. B. definierte Verschraubung).
  • Gleitpunkt: Eine Stelle, an der die Platte sich bei Temperaturwechsel verschieben darf (z. B. im Profil geführt).

Wenn eine Stegplatte an zu vielen Stellen „fix“ sitzt oder das Profil zu stramm klemmt, baut sich Spannung auf. Das kann zu Geräuschen, Undichtigkeiten oder – in Kombination mit Chemikalien – zu Spannungsrissen führen.

UV-Schutz & Alterung bei Polycarbonat und Acryl Stegplatten

UV-Strahlung ist einer der Hauptalterungsfaktoren im Außenbereich. Sie kann Kunststoffe verspröden, vergilben lassen oder die Oberfläche anrauen.

UV-Seite/UV-Beschichtung – Montage-Relevanz

Bei vielen PC-Mehrstegplatten wird der UV-Schutz als UV-Schutzschicht auf einer Seite ausgeführt. Dann ist entscheidend: UV-Seite muss nach außen (Wetterseite).

Orientierung ist meist über Schutzfolie/Bedruckung gekennzeichnet.

Bei PMMA ist die Witterungsbeständigkeit häufig sehr gut. Trotzdem kann es auch hier Varianten mit definiertem UV-Schutz (oder anderen Funktionsschichten) geben.

Deshalb gilt für beide Materialien: Datenblatt lesen, Schutzfolie/Markierung beachten, falsche Seite = vorzeitige Alterung möglich.

Praktischer Hinweis: Schutzfolien dienen dem Transportschutz. Sie sollten erst nach der Montage (aber nicht „monatelang“ in der Sonne) entfernt werden, damit sich keine Klebereste einbrennen und damit du die UV-Seite bis zum Schluss sicher erkennst.

Brandverhalten: Brandklasse nach EN 13501 bei Stegplatten

Für Bauprodukte wird das Brandverhalten in Europa nach EN 13501-1 klassifiziert. Die Klassen reichen (vereinfacht) von A1/A2 (nicht brennbar) bis F (nicht klassifiziert).

Zusätzlich gibt es Kennzeichnungen für Rauchentwicklung (s1–s3) und brennendes Abtropfen (d0–d2).

Kurz erklärt:

  • s1 / s2 / s3 beschreibt die Rauchentwicklung (s1 = geringe Rauchentwicklung).
  • d0 / d1 / d2 beschreibt brennendes Abtropfen/Abfallen (d0 = kein brennendes Abtropfen).

Diese Zusatzklassen können bei Überdachungen im Grenzbereich (Nachbarschaft, Fluchtwege, Unterstände) wichtig werden – allerdings immer abhängig vom konkreten Bauvorhaben.

Brandklasse nach EN 13501: worauf achten (je Datenblatt)

Für Stegplatten aus Kunststoff gibt es keine „Standardklasse“. Die Einordnung hängt u. a. von Materialrezeptur, Dicke und ggf. Zusätzen ab.

Deshalb: Im Datenblatt nach der Klassifizierung nach EN 13501-1 suchen. Nicht allein auf alte Begriffe wie „B1/B2“ schauen (die stammen aus älteren nationalen Systemen).

Für Projekte mit erhöhten Anforderungen gilt: Vorgaben aus Landesbauordnung/Brandschutzkonzept beachten und im Zweifel fachlich klären.

Chemische Beständigkeit: Polycarbonat vs Acryl Stegplatten (und typische Fehlerquellen)

Chemische Einflüsse sind in der Praxis häufig der Auslöser für Spannungsrisse, Trübungen, Oberflächenrisse („Crazing“) oder Klebstoff-/Dichtstoffprobleme.

Problemstoffe rund ums Dach (Dichtstoffe, Lösungsmittel, Weichmacher)

Typische Problemquellen im Umfeld von Kunststoff-Bedachungen:

  1. Lösungsmittel & aggressive Reiniger: Viele Lösungsmittel (z. B. Aceton, aromatische Kohlenwasserstoffe, Benzin) sind in Beständigkeitslisten für PC und PMMA als kritisch eingestuft. Auch Alkohol kann – je nach Werkstoff und Spannung – problematisch sein.
  2. Dichtstoffe/Kleber mit ungeklärter Verträglichkeit: Nicht jeder Dichtstoff passt zu jedem Kunststoff. Problematisch sind u. a. Systeme, die Lösungsmittel enthalten oder Stoffe abgeben, die Spannungsrissbildung fördern können.
  3. Weichmacherwanderung: Weiche PVC-Folien oder bestimmte Klebebänder können Weichmacher abgeben. Diese können Kunststoffplatten schädigen (insbesondere PC).
  4. Sprays, Farben/Lacke: Sprühnebel kann sich absetzen. Enthaltene Lösemittel/Additive können die Oberfläche angreifen.

Spannungsrisse (ESC): warum PC/PMMA manchmal „plötzlich reißen“

Risse entstehen oft durch das Zusammenspiel aus mechanischer Spannung (z. B. zu enge Bohrung, zu stramm geklemmt) und chemischer Einwirkung (z. B. Lösemittel, Sprays, ungeeignete Dichtstoffe).

Das Ergebnis können Mikrorisse („Crazing“) oder längere Risse sein, die sich über Tage/Wochen entwickeln.

Mini-Verträglichkeitstest (praxisnah)

  • Probeplatte oder unauffällige Stelle wählen.
  • Dichtstoff/Reiniger wie geplant aufbringen.
  • Unter realistischen Bedingungen einige Tage beobachten.
  • Bei Trübung/Rissen: Produkt wechseln.

Praxis-Tipp: Beständigkeitsliste + Datenblatt + Freigaben nutzen und chemische Beständigkeit immer zusammen mit Spannung (Bohrungen/Klemmpunkte) betrachten.

Empfehlungen nach Anwendungsfall

Terrassenüberdachung (Sommerhitze/Blendung)

  • Hagel/Robustheit: häufig Polycarbonat.
  • Blendung/Hitze: opal/weiß, getönt oder sonnenreflektierend prüfen.
  • Optik: Acryl (PMMA) wirkt oft besonders klar; Hagelrisiko bewerten.

Mini-Check Terrasse (1 Minute)

  • Unter Bäumen? (Schlagrisiko)
  • Häufige Reinigung? (Kratzrisiko)
  • Sommerkomfort wichtig? (opal/weiß/Struktur)
  • Beschattung/Hinterlüftung vorhanden?

Gewächshaus Stegplatten (Licht/Antitropf/Kondensat)

  • PMMA: Transparenz/Alterungsbeständigkeit.
  • PC: Robustheit/Allround.
  • Ausführung/Zubehör (Stirnseiten, Kondensat) sind entscheidend.

Mini-Check Gewächshaus

  • Maximal oder diffuses Licht?
  • Kondensatmanagement geplant?
  • Reiniger/Desinfektion im Einsatz? (Beständigkeit prüfen)

Seitenteil/Wand (Schallschutz-Realismus, Kratzrisiko)

  • Kratzrisiko hoch? → häufig PMMA im Vorteil.
  • Schallschutz hängt stärker von Masse/Aufbau/Fugen ab als vom Materialkürzel.

Mini-Check Seitenteil/Wand

  • Durchgangsverkehr?
  • Durchsicht vs Sichtschutz?
  • Echter Schallschutz erforderlich?

Abschluss: So triffst du eine sichere Entscheidung

  1. Anforderungen priorisieren.
  2. Datenblatt prüfen (UV, Brandklasse, Temperatur, Chemie).
  3. Montagekonzept mitdenken (Ausdehnung, Profile, Dichtstoffe).
  4. Bei Unsicherheit testen.

Entscheidungshilfe Polycarbonat oder Acryl (PDF) – jetzt herunterladen

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