Kapitel 18: Reinigung & Pflege

Stegplatten reinigen und langfristig klar halten

Stegplatten lassen sich mit einfachen Mitteln reinigen. Meist reichen lauwarmes Wasser, mildes Spülmittel, ein weicher Schwamm und ein sauberes Tuch. Entscheidend ist, schonend zu arbeiten und die Oberfläche nicht zu zerkratzen.

Aggressive Reiniger, Scheuermittel, harte Bürsten und Lösungsmittel gehören nicht auf Stegplatten. Wer die Platten regelmäßig reinigt und Abläufe, Profile und Stirnseiten im Blick behält, erhält die Lichtdurchlässigkeit und vermeidet viele typische Pflegeprobleme.

Reinigung von Doppelstegplatten mit Wasser, mildem Spülmittel und weichem Schwamm

18.1 Geeignete Reinigungsmittel

Die Außenseite von Stegplatten ist UV-geschützt. Diese Schutzschicht hält Feuchtigkeit und Sonnenstrahlen stand, sollte aber nicht mit aggressiven Mitteln oder harten Werkzeugen belastet werden. Für die normale Reinigung genügt eine einfache Ausstattung.

Geeignete Mittel und Werkzeuge zur Reinigung von Doppelstegplatten

Geeignete Mittel und Werkzeuge

  • Lauwarmes Wasser: Löst Staub, Pollen und leichten Schmutz schonend an.
  • Mildes Spülmittel: Eine kleine Menge im Wasser reicht für normale Verschmutzungen aus.
  • Weicher Schwamm: Reinigt die Oberfläche, ohne sie zu verkratzen.
  • Weiches Tuch: Eignet sich zum Nachwischen oder Abtrocknen.
  • Weiche Bürste am Teleskopstiel: Hilft bei größeren oder schwer erreichbaren Dachflächen.

Niemals trocken scheuern

Auf Stegplatten liegen oft feiner Sand, Staub und Pollen. Werden die Partikel trocken verrieben, wirken sie wie Schleifmittel. Feuchten Sie die Oberfläche daher immer zuerst gründlich an. Erst danach wird mit Schwamm, weicher Bürste oder Tuch gearbeitet.

Tipp: Reinigen Sie an einem bedeckten, möglichst windstillen Tag. Dann trocknet das Wasser nicht zu schnell an und frischer Pollen wird nicht sofort wieder auf die feuchte Fläche geweht.

18.2 Was Sie vermeiden sollten

Viele Schäden entstehen nicht durch Schmutz, sondern durch eine zu aggressive Herangehensweise bei der Reinigung – Stegplatten brauchen keine Spezialchemie. Im Gegenteil: Je ätzender die Mittel, desto größer das Risiko für matte Stellen, Kratzer oder angegriffene Oberflächen.

Keine aggressiven Reiniger und Lösungsmittel

Verwenden Sie keine Lösungsmittel wie Aceton, Verdünner oder Reinigungsbenzin. Auch ammoniakhaltige Glasreiniger, säurehaltige Reiniger, Felgenreiniger und lösungsmittelhaltige Sprays sind ungeeignet. Sie können die Oberfläche und die UV-Schutzschicht angreifen.

Keine scheuernden Mittel und harten Werkzeuge

Scheuermilch, Scheuerpulver, Stahlwolle, harte Bürsten, Topfschwämme, Klingen und Spachtel gehören nicht auf Stegplatten. Sie entfernen vielleicht den Schmutz, beschädigen aber die Oberfläche.

Keine trockene Reinigung

Auch ein weiches Tuch kann Kratzer verursachen, wenn Staub oder Sand trocken auf der Platte liegen. Deshalb immer zuerst abspülen oder anfeuchten, dann reinigen.

Wichtig: Bei Kleberesten der Schutzfolie nicht zu Lösungsmitteln greifen. Versuchen Sie es zuerst mit warmem Wasser, mildem Spülmittel und einem weichen Tuch. Lassen sich Rückstände nicht schonend entfernen, sollte die Oberfläche fachlich geprüft werden.

18.3 Reinigung in fünf Schritten

Für die normale Pflege reicht ein einfacher Ablauf. Arbeiten Sie ohne Druck und ohne Hektik. Je regelmäßiger gereinigt wird, desto leichter lassen sich Schmutz, Pollen und Ablagerungen entfernen.

1. Grobschmutz abspülen

Spülen Sie Blätter, Pollen, Staub und Vogelkot mit dem Gartenschlauch ab. Arbeiten Sie von oben nach unten, damit der Schmutz zur Traufe abläuft.

2. Mit mildem Spülwasser reinigen

Geben Sie etwas mildes Spülmittel in lauwarmes Wasser. Reinigen Sie die Oberfläche mit einem weichen Schwamm oder einer weichen Bürste. Hartnäckige Stellen lieber kurz einweichen lassen, statt stärker zu schrubben.

3. Klar nachspülen

Spülen Sie die Platten gründlich mit klarem Wasser nach. So bleiben keine Spülmittelreste zurück, die später Schlieren bilden oder neuen Schmutz binden.

4. Bei Bedarf trockenwischen

Auf gut erreichbaren Flächen können Sie mit einem sauberen, weichen Tuch nachwischen. Bei größeren Dächern reicht oft das Ablaufen und Trocknen an der Luft, vor allem wenn die Fläche zuvor gründlich nachgespült wurde.

5. Anschlüsse und Abläufe prüfen

Nutzen Sie die Reinigung für eine kurze Sichtkontrolle. Sitzen Klemmdeckel und Profile sauber? Sind die Ablauflöcher am unteren Abschluss frei? Gibt es Risse an Dichtungen oder auffällige Feuchtigkeitsspuren?

Merke: Nicht stärker reiben, sondern länger einweichen. Das ist bei Stegplatten fast immer die bessere Lösung.

18.4 Algen und Schmutz in den Kammern

Schmutz oder Algen in den Hohlkammern lassen sich nicht einfach von außen entfernen. Die Kammern liegen im Inneren der Platte. Wenn dort Wasser, Späne oder organisches Material stehen bleiben, bleibt auch die Verschmutzung dauerhaft sichtbar.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Innenverschmutzungen entstehen in der Regel durch die falsche Stegrichtung, vertauschte Alu-Klebebänder und Anti-Dust-Tapes, blockierte Ablauflöcher im unteren U-Abschlussprofil oder Späne, die beim Zuschnitt in den Kammern geblieben sind. Deshalb ist eine korrekte Montage elementar.

Wenn bereits Schmutz in den Kammern sitzt

Prüfen Sie zuerst den Stirnseitenabschluss und die unteren Ablauflöcher. In manchen Fällen können U-Abschlussprofile sowie Bänder und Tapes vorsichtig entfernt werden, um die Kammern trocken auszublasen und anschließend wieder korrekt zu verschließen. Bei starker Trübung oder festem Algenbelag bleibt oft nur der Austausch der betroffenen Platte.

18.5 Kratzer auf der Oberfläche

Leichte Kratzer sind meist nur ein optisches Thema, abhängig vom Lichteinfall.  Tiefe Kratzer sind kritischer, weil sie die Funktion der Schutzschicht beeinträchtigen können.

Leichte Kratzer nicht polieren

Auch wenn es naheliegt: Polieren oder Schleifen ist bei Stegplatten keine gute Lösung. Viele Polituren arbeiten mit feinen Schleifkörpern. Dadurch kann die Oberfläche großflächig matter werden als vorher.

Tiefe Kratzer prüfen

Bei tiefen Kratzern, Schnittlinien oder stark beschädigten Stellen sollte die Platte geprüft werden. Ist die Oberfläche deutlich verletzt, wird ein Austausch sinnvoller sein als Reparaturversuche …

Merke: Schutzfolie erst nach der Montage entfernen, Platten nicht trocken abreiben und keine harten Werkzeuge verwenden.

18.6 Hochdruckreiniger nur mit Vorsicht

Für Stegplatten ist der Hochdruckreiniger nicht die erste Wahl. Ein zu harter Strahl kann Dichtungen belasten, Wasser unter Profile drücken oder Stirnseitenabschlüsse beschädigen. In der Regel ist der Einsatz von Gartenschlauch, Schwamm und Spülwasser die sicherere Lösung.

Besser schonend reinigen

Bei normaler Verschmutzung sollte auf das Kärchern verzichtet werden. Wiederholtes Einweichen und sanftes Reinigen ist oberflächenschonender als ein kurzer, harter Wasserstrahl.

Kommt der Kärcher doch zum Einsatz, dann nur mit niedrigem Druck, großem Abstand und breitem Strahl. Richten Sie den Wasserstrahl nicht direkt auf Stirnseiten, Dichtungen, Wandanschluss oder Profilränder. Bei älteren, bereits angegriffenen oder undichten Konstruktionen ist der Hochdruckreiniger ein No-go.

Wichtig: Kein Direktstrahl aus kurzer Entfernung. Lässt sich Schmutz nur mit Hochdruck lösen, wird die schonende Vorreinigung zu kurz gekommen sein.

18.7 Pflege im Jahreslauf

Eine Stegplatten-Eindeckung sollte regelmäßig kontrolliert werden. Zwei Termine pro Jahr reichen in vielen Fällen aus: einmal im Frühjahr nach Frost und Winterwetter, einmal im Herbst vor Laub, Regen und Schnee.

So schützen Sie Stegplattendächer im Jahreslauf
Zeitpunkt Worauf achten? Was tun?
Frühjahr Schmutz, Frostspuren, lose Profile, Dichtungen, Ablauflöcher Platten reinigen, Anschlüsse prüfen, Ablauflöcher freihalten
Herbst Laub, Pollenreste, Traufe, Regenrinne, untere Abschlüsse Laub entfernen, Rinne reinigen, Wasserablauf kontrollieren
Winter Schneelast, Eisbildung, blockierte Abläufe Schnee nur mit weichem Besen entfernen, keine harten Werkzeuge einsetzen

Frühjahr

Nach dem letzten Frost ist eine gründliche Reinigung gemäß dem 5-Schritte-Ablauf sinnvoll. Prüfen Sie außerdem, ob die Schraubverbindungen, Profile und Klemmdeckel sauber sitzen, das Alu-Klebeband und Anti-Dust-Tape intakt sind und Kondensat durch die Ablauflöcher im unteren U-Abschlussprofil ablaufen kann. Beschädigte Silikonfugen nachziehen.  

Herbst

Vor der dunklen Jahreszeit sollten Laub, Pollenreste und Schmutz aus Traufe, Regenrinne und unteren Abschlüssen entfernt werden. So kann Wasser zuverlässig ablaufen. Eventuell durch die sommerliche Wärmeausdehnung gelockerte Schraubpunkte nachziehen. 

Winter

Bei Schnee nur weiche Besen oder Kunststoffbesen verwenden. Schippen, Spaten oder harte Kanten können die Oberfläche beschädigen. Auch Streusalz sollte nicht unnötig an Profile und Platten gelangen.

Sauber gepflegtes Doppelstegplatten-Terrassendach

18.8 Checkliste herunterladen

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Philip Kullmann, Geschäftsführer von meinbaustoffversand.de

Philip Kullmann

Geschäftsführer und gelernter Tischler · meinbaustoffversand.de

Tischler-Ausbildung · mehr als 13 Jahre Baustoffhandel · eigene Montagepraxis · enger Austausch mit Plattenherstellern.

Zuletzt aktualisiert: 15.05.2026 · Mehr über den Autor

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